Kiesgewinnung & Aufbereitung
Datum: 27. April 2026

Kiesgewinnung und Aufbereitung: Vom Rohstoff zum Bauprodukt

Haufwerk Sand 0/4 im Kieswerk Rauscheröd

Kies begegnet dir überall – in Betonfundamenten, Drainagen, Pflasterbetten oder als Frostschutz unter der Straße. Aber hast du dich schon mal gefragt, wie aus einem Kiesvorkommen im Boden ein definiertes, normgerechtes Bauprodukt wird? Genau das passiert bei uns im Sand- und Kieswerk Rauscheröd in Ortenburg – Tag für Tag, seit Jahrzehnten. In diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Schritte dafür nötig sind und warum Qualität bei Gesteinskörnungen kein Zufall ist.

Was steckt unter der Oberfläche?

In Niederbayern – besonders im Raum Passau und dem Vilstal – befinden sich ergiebige Kieslagerstätten, die über Jahrtausende durch Flüsse und Gletscher abgelagert wurden. Dieses sogenannte Lockergestein ist ein Mix aus Sand, Kies, Steinen, Lehm und organischen Bestandteilen. Als Baumaterial taugt es in diesem Zustand allerdings nicht – die Korngrößen sind wild durchmischt, Verunreinigungen stören und es fehlt die definierte Zusammensetzung, die auf der Baustelle gebraucht wird.

Deshalb beginnt jede Kiesproduktion mit dem kontrollierten Abbau. Per Bagger wird das Rohmaterial aus der Lagerstätte gelöst und zur Aufbereitungsanlage transportiert. Schon beim Abbau achten wir darauf, verschiedene Schichten sauber zu trennen – denn Oberboden, lehmige Deckschichten und verwertbarer Kiessand erfordern unterschiedliche Behandlung.

Waschen, Sieben, Brechen: So entsteht Qualität

Die eigentliche Verwandlung passiert in der Aufbereitung. Das Rohmaterial durchläuft dabei mehrere Stationen:

Zunächst wird das Material gewaschen. Der Waschvorgang entfernt Lehm, Schluff und andere Feinstbestandteile, die die Qualität der Gesteinskörnung beeinträchtigen würden. Übrig bleibt sauberes, sortiertes Material.

Trommelsieb mit Naßsiebung im Kieswerk Rauscheröd

Anschließend kommt das Sieben. Über mehrstufige Siebanlagen wird das gewaschene Material in exakte Korngrößen getrennt – bei uns zum Beispiel in Sand 0/4 mm, Kies 4/8 mm, 8/16 mm oder 16/32 mm. Jede Fraktion hat ihren eigenen Einsatzzweck: Feinsand für Estrich, Kies 8/16 für Beton, Grobkies 32/X für Drainagen.

Für spezielle Anforderungen wird zusätzlich gebrochen. Unsere Brechanlage zerkleinert Naturstein zu Brechsand (0/2, 0/5, 0/8 mm) und Splitt (2/5, 5/8, 2/8 mm). Gebrochenes Material hat durch seine kantige Kornform eine höhere Verzahnung und eignet sich besonders für Tragschichten, Frostschutz und gebundene Bauweisen.

Neben unseren eigenen Produkten führen wir ein breites Sortiment an Fremd- und Handelsmaterialien: Granit-Edelsplitte, Basalt, Kalkstein-Schotter, Quarzgestein und Gabionensteine – alles ab Lager in Rauscheröd verfügbar.

Warum Güteüberwachung so wichtig ist

Robert Jedras vom BayBüv und Harald Roitner vom Kieswerk Rauscheröd

Kies ist nicht gleich Kies. Im Hoch- und Tiefbau gelten strenge Anforderungen an Gesteinskörnungen – festgelegt in der europäischen Norm EN 12620. Unsere Hauptprodukte – die gewaschenen Gesteinskörnungen 0/4, 4/8, 8/16 und 16/32 – entsprechen dieser Norm und werden durch den Bayerischen Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverein (BAYBÜV e.V.) regelmäßig fremdüberwacht.

 

Was heißt das konkret? Unabhängige Prüfer kontrollieren in festgelegten Abständen die Korngrößenverteilung, Reinheit und weitere Eigenschaften unserer Produkte. So ist sichergestellt, dass du auf der Baustelle bekommst, was draufsteht.

Materialien, die nicht der EN 12620 unterliegen – etwa Frostschutzkies, Auffüllkies oder Sondermischungen – prüfen wir in unserem eigenen Labor. Auf Anfrage stellen wir auch individuelle Mischungen aus gewaschenen und gebrochenen Materialien her, die genau auf dein Bauprojekt im Landkreis Passau oder dem Bayerischen Wald zugeschnitten sind.

Was du als Kunde davon hast

Ob privater Hausbau in Obernzell, Straßenbauprojekt im Rottal oder Gewerbebau bei Vilshofen – mit aufbereitetem, güteüberwachtem Material sparst du dir Ärger auf der Baustelle. Die richtige Körnung bedeutet weniger Nacharbeit, bessere Verdichtung und am Ende ein Bauwerk, das hält, was es soll.

Unser Material wird LKW-verladen und verwogen ab Werk übergeben. Auf Anfrage liefern wir auch direkt auf deine Baustelle im Raum Passau, Niederbayern und bis in den Freyung-Grafenauer Raum.


Häufige Fragen zur Kiesgewinnung und Aufbereitung

Was ist der Unterschied zwischen gewaschenem und ungewaschenem Kies? Gewaschener Kies ist von Lehm und Feinstoffen befreit und in definierte Korngrößen getrennt. Ungewaschenes Material – etwa Auffüllkies oder Frostschutzkies – enthält noch natürliche Feinanteile und ist günstiger, aber nicht für jede Anwendung geeignet.

Welche Körnung brauche ich für Beton? Für Standardbeton wird in der Regel Betonkies 0/16 oder 0/32 eingesetzt. Diese dosierten Kiessande enthalten die passende Abstufung aus Sand und Kies für eine gute Verarbeitbarkeit.

Was bedeutet EN 12620 bei Gesteinskörnungen? Die EN 12620 ist die europäische Produktnorm für Gesteinskörnungen im Betonbau. Sie legt Anforderungen an Korngrößenverteilung, Reinheit und Festigkeit fest. Produkte mit dieser Kennzeichnung werden regelmäßig fremdüberwacht.

Kann ich auch kleinere Mengen kaufen? Ja, wir verkaufen auch kleinere Mengen ab Werk. Für Privatkunden haben wir ein eigenes Kleinmengen-Sortiment – inklusive Handelswaren wie Granitsplitt, Basalt oder Natursteine. Einfach vorbeikommen oder vorher anrufen.

Liefert ihr auch auf die Baustelle? Ja, auf Anfrage liefern wir frei Bau – mit eigenem Fuhrpark und in verschiedenen LKW-Größen. Mehr zu unseren Transportleistungen →


Du brauchst Material für dein Bauprojekt im Raum Passau? Wir beraten dich gerne – ruf einfach an oder schreib uns. 📞 08542 – 96040 | ✉️ info@kwr-alex.de

Stand: Mai 2026 von Susanne Riesinger