Bauschutt richtig trennen: Wie Recycling überhaupt möglich wird (und du dabei oft Geld sparst)
Auf vielen Baustellen entscheidet sich schon am Container, ob aus Abbruchmaterial wieder ein sauberer Recycling-Baustoff werden kann – oder ob am Ende teuer „gemischt“ entsorgt werden muss. Der wichtigste Hebel ist dabei nicht Hightech, sondern konsequente Trennung direkt vor Ort.
Damit du schnell und sicher trennen kannst, bekommst du hier einen Praxis-Guide: Was zählt als (mineralischer) Bauschutt? Welche Stoffe müssen raus? Wie stellst du die Container sinnvoll auf? Und: welche typischen Fehler wir auf Baustellen immer wieder sehen.
1) Was ist eigentlich „Bauschutt“ – und was nicht?
Im Alltag wird vieles „Bauschutt“ genannt. Fachlich geht es bei mineralischem Bauschutt um Materialien wie Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik – und zwar möglichst störstoffarm. Als Faustregel gilt: Mineralischer Bauschutt ist dann gut verwertbar, wenn der Störstoffanteil sehr niedrig ist.
Nicht in den mineralischen Bauschutt gehören z. B.:
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Gips/Gipskarton (eigene Abfallgruppe)
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Holz, Kunststoffe, Dämmstoffe, Teer/Bitumen (je nach Material), Metalle, Glas
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Alles, was gefährliche Stoffe enthalten kann (z. B. Asbest, PCB, Mineralwolle alt) → dafür brauchst du eine gesonderte Klärung/Entsorgung
Praxis-Merksatz: Wenn’s nicht eindeutig mineralisch ist, gehört’s nicht in den Bauschutt-Container.
2) Warum falsche Würfe so teuer werden
Sobald „mineralisch“ mit „Rest“ vermischt wird, passiert meist eins (oder mehrere) davon:
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Mehr Sortieraufwand (Zeit + Geld)
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schlechtere Recyclingqualität
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im schlimmsten Fall Ausschluss von der Verwertung → dann bleibt nur teurere Entsorgung
Gerade bei Bau- und Abbruchabfällen lohnt sich das doppelt, weil sie in Deutschland mengenmäßig einen riesigen Anteil ausmachen.
3) Die 80/20-Regel auf der Baustelle: 3 Container reichen oft
Du brauchst nicht immer ein „Container-Dorf“. In vielen Fällen funktioniert das hier extrem gut:
Setup A (kleine bis mittlere Baustellen):
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Mineralischer Bauschutt (Beton/Ziegel/Fliesen – möglichst sauber). Passender Container
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Gemischte Bau- und Abbruchabfälle (alles, was nicht sauber trennbar ist). Passender Container
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Holz / Metalle separat (je nach Aufkommen) Passender Container
Setup B (wenn viel Innenausbau dabei ist):
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zusätzlich Gips separat (lohnt sich fast immer, weil Gips im Bauschutt richtig Probleme macht)
Praxis-Tipp: Stell die Container so, dass der Bagger/Abbruchtrupp automatisch richtig wirft: kurze Wege, klare Beschriftung, kein „Ach, passt schon“.
4) Quick-Guide: „Darf das rein?“ (Bauschutt-Container)
✅ Rein (typisch mineralisch):
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Betonbruch, Estrich (mineralisch), Ziegel/Mauerwerk
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Fliesen, Keramik, Porzellan (ohne „Anbauten“ wie Holz/Metall)
⛔ Nicht rein:
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Gipskarton/Gipsputz in größeren Mengen
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Holz, Plastik, Folien, Eimer, Kabel
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Dämmstoffe, Mineralwolle (alt/unklar)
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Dachpappe/teerhaltige Stoffe (bitte immer vorher klären)
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Farbeimer, Chemie, Öle
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Asbest/PCB-Verdacht → niemals „auf gut Glück“ entsorgen, sondern vorher prüfen lassen
Wenn du unsicher bist: Mach ein Foto und klär’s kurz mit uns ab. Das spart meistens mehr, als es kostet.
5) So machst du Trennung wirklich einfach (ohne Baustellen-Zoff)
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1 Minute Einweisung am Morgen: „Was wohin?“
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Große Schilder direkt am Container (nicht irgendwo am Zaun)
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Eine Person verantwortlich (Bauleitung/Polier)
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Störstoffe sofort raus, nicht „später sortieren“ – später wird’s meistens nicht besser
6) Und was hat das mit Recycling-Baustoffen zu tun?
Sauber getrennter mineralischer Bauschutt ist die Grundlage dafür, dass daraus wieder mineralische Ersatzbaustoffe entstehen können. Seit 1. August 2023 regelt die Ersatzbaustoffverordnung den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe in technischen Bauwerken.
Heißt für dich ganz praktisch: Je sauberer die Eingangsstoffe, desto planbarer die Verwertung – und desto eher bleibt das Material im Kreislauf.
Fazit
Wenn du auf der Baustelle mineralisch sauber von nicht-mineralisch trennst (und Gips konsequent raus hältst), machst du Recycling möglich – und reduzierst sehr oft deine Entsorgungskosten.
FAQ:
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Wie „sauber“ muss Bauschutt sein, damit er recycelt werden kann?
Je sauberer, desto besser: Mineralischer Bauschutt sollte möglichst frei von Holz, Plastik, Gips, Dämmstoffen und Metallen sein. Schon kleine Fehlwürfe können die Verwertung erschweren oder verteuern. -
Kann ich Beton und Ziegel zusammen in einen Container werfen?
Oft geht das als „mineralischer Bauschutt“ – aber: Wenn du größere Mengen hast, lohnt sich die Trennung nach Beton und Ziegel häufig, weil dadurch die Aufbereitung und spätere Verwendung planbarer wird. -
Warum ist Gips im Bauschutt so problematisch?
Gips kann die Qualität des Recyclingmaterials stark verschlechtern. Deshalb gilt in der Praxis: Gips konsequent separat, besonders bei Entkernungen und Innenausbau. -
Was ist mit Mauerwerk mit Putz oder Fliesen mit Kleberresten?
Kleinere Anhaftungen sind meist normal. Entscheidend ist, dass keine Fremdstoffe wie Holzleisten, Kunststoff, Dämmung oder Folien mit drin sind. Bei Unsicherheit hilft ein Foto zur schnellen Einschätzung. -
Welche Containergröße ist für eine typische Entkernung sinnvoll?
Das hängt von Objekt und Umfang ab. Als grobe Praxisregel: Bei Entkernungen fallen oft mehrere Fraktionen an (Gips, Holz, gemischt). Sinnvoll ist meist mindestens 1 Container „gemischt“ + 1 Container für eine Hauptfraktion (z. B. Gips oder Holz). -
Was mache ich bei unklaren oder verdächtigen Materialien (z. B. Asbest-Verdacht)?
Nicht mischen und nicht „auf gut Glück“ entsorgen. Material separieren, Fundstelle dokumentieren und vorab klären (Probe/Beurteilung). Damit schützt du dich, dein Team und vermeidest richtig teure Entsorgungsfehler.

